![]() | 29. Mai 2009 Wächter der Lüsternheit Beschwert von steinerner Eitelkeit gestraft mit verwitterndem Stolz verlassen von silberweißer Güte umgarnt von schimmelblauem Egoismus geknechtet in gelber Eigensucht und pestschwarzer Ablehnung faulte die weinende Seele in ihrem sumpfigen Verließ der Einsamkeit während die Wächter der Lüsternheit mit feuchtgeleckten Fingern die Reste ihrer Orgie nach ihm warfen um seine Schande der Unfähigkeit erneut mit gierig glänzenden Augen der Wollust zu verachten. . . . . . ©:Vivían Maíro:_2009_05_29_ |
![]() | 30. Mai 2009 faulte die weinende Seele nach ihm warfen Frage: müsste es nicht "ihr" heißen? oder nach wem wird geworfen? Ansonsten finde ich das sehr gut |
![]() | 30. Mai 2009 ich finds hammer, sorry aber hier kann ich nichts anderews schreiben...einfach gut |
![]() | 30. Mai 2009 @tangocleo Du hast es schon richtig erkannt, rein orthographisch betrachtet müsste es "ihr" lauten - aber wer sagt denn das eine Seele weiblich ist? Und vielen Dank auch für das Kompliment |
![]() | 30. Mai 2009 @tomute Auch Dir, meine Liebe, vielen Dank für das nette Kompliment |
![]() | 30. Mai 2009 die deutsche Sprache sieht die Seele weiblich - kann man am Artikel erkennen - und wenn du den so verwendest, musst du das bezügliche Pronomen auch weiblich machen - das ist eine Frage der Grammatik, nicht der der Philosophie! |
![]() | 30. Mai 2009 @tangocleo Liebe tangocleo, Poesie hat nichts mit Grammatik zu tuen, sondern mit Intuition, Emotion, mit Öffnung und Zuwendung zum universellen "Geist des Leidens und der Liebe". So sehe ich das. |
![]() | 30. Mai 2009 um einen Inhalt zu vermitteln, braucht die Sprache Grammatik, um sinnvolle Bezüge herstellen zu können - du kannst darauf verzichten, das ist deine künstlerische Freiheit - aber dann fehlt der Bezug. so sehe ich das. |
![]() | 30. Mai 2009 @tangocleo Das ist grundsätzlich richtig, aber betrachte einige meiner Gedichte einfach als "abstrakte Wortgefolge" Das Schöne an dieser Art grammatikalisch falsch geschriebener Poesie ist, das Diejenigen für die sie geschrieben ist, die sich lösen können und nicht die Worte, die Buchstaben, die Grammatik sehen/lesen, erkennen und erfühlen können was "dahinter" steht. Sprache kann Empfindungen transportieren bei gleichzeitigem Verzicht auf enge Normen der Grammatik, die bei Wort und Sprache eh nicht wirklich existieren. |
![]() | 30. Mai 2009 Grammatik... ist das Zaumzeug, mit dem der / die Poet/in seinem / ihrem Pegasus die Richtung weist, oder der Kompass, nach dem sich der / die Leser/in richten kann, um nicht im Dickicht der Phantasie vom Wege der Sinnhaftigkeit des Gedichts abzukommen, da hat Tangocleo schon Recht... LG, Wolf |
![]() | 30. Mai 2009 @Not_my_age_69 Wenn Pegasus Dir die Gnade erweist und Dir einen Ritt gewährt, dann solltest Du es tunlichst vermeiden ihm Zaumzeug anzulegen, denn das mag er gar nicht!! Pegasus wählt den Weg und nicht der Reiter!! |
![]() | 30. Mai 2009 Insofern gebe ich VivianMairo recht. Die Lyrik biete viel Freiraum. Wie sonst könnte mit der Sprache gespielt werden, wenn nicht absichtlich auf die Einhaltung der Grammatik oder der Rechtschreibung verzichtet würde? Aus den wunderbaren Lautgedichten eines Ernst Jandl wäre dann wohl nie etwas geworden. Liebe Grüße Herta |
![]() | 30. Mai 2009 bei aller Freiheit hat Jandl auch Zaumzeug benutzt - ein selbst geschaffenes! Poetik muss einem "Muster" folgen, sonst ist es keine! Analysiert mal andere Gedichte - ihr werdet immer ein Schema finden, und wenn es ein "destruktives" ist. Wenn sich Vivian Mairo der Grammatik entledigen will, dann nicht nur bei 1 Pronomen! |
![]() | 30. Mai 2009 Das stimmt schon ... aber vorhin hat not_my_age das sehr allgemein hingestellt, deshalb meine sehr allgemeine Antwort. Ohne Versuch kein Irrtum, ist es nicht so |
![]() | 30. Mai 2009 @Vivian: 1:0 für Pegasus - aber der Kompass... ist auch in Zeiten von GPS und Navi durchaus hilfreich... Verstehe durchaus, dass Du Dein Werk mit Zähnen und Klauen verteidigst, aber diese Schärfe des Ausdrucks hätte es vielleicht nicht gebraucht...Ich erlaube mir dennoch die (vielleicht nicht im aktuellen mainstream liegende) Ansicht, dass bei Gedichten, die vielleicht nicht gerade a la Jandl oder Dada erschaffen sind, die Einhaltung grammatikalischer Grundsätze - zumindest für den Leser - durchaus hilfreich ist... |