Durchweht ein Geist des Menschen Sein?

Welch ein Geist durchweht Gestein? Welch ein Geist durchweht Gebein? Durchweht ein Geist des Menschen Sein?

28. August 2010
Durchweht ein Geist des Menschen Sein?

Welch ein Geist durchweht Gestein?
Welch ein Geist durchweht Gebein?
Durchweht ein Geist des Menschen Sein?

Gibt es einen göttlich reinen Geist,
der allmächtig und um alles weiß?
Hat Anbetung nur einen Gott zum Ziele
oder gibt es derer unzählig Viele?
Nun, wahrlich wissen kann es Keiner!

Jedoch, das etwas sei, erhofft ein Jeder;
und manch ein Weiser griff zur Feder,
schrieb nieder seines Gottes Wort,
lies es verkünden, hier und dort.

Die Hoffnung, das ein Gott wohl sei,
der lenkt, beschützt und auch befreit,
aus all den Sorgen, all der Not,
verführt die Menschen und sie folgen
Propheten, Priestern, Gottgebot.

Wenn aber nun kein Gott, kein Himmel existiert?
Wenn sich der Gläubige wohl recht geirrt?
Gar tugendhaft und sittenstreng sein Leben,
ganz ohne Lust und Triebe hingegeben?

Dann mag der Lohn für seinen Glauben sein,
dass ja kein Wort der Reue in der Todesstunde
ihm noch entweicht aus seinem Munde,
zufrieden ist, mit dem was er erlebt
und wenn verschieden, seine Menschenseele
hinauf in seinen Gotteshimmel strebt.

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©:Vivían Maíro:2010_05_14

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Inspiriert durch die erste und dritte Geschichte aus
»Il Decamerone« von Giovanni Boccaccio
28. August 2010

...und dort
ohn Groll
mit gütgen Augen schaut
auf jen` hinfort
die auch wie er
trotz eines Lebens schwer
auf einen Gott vertraut
vergebens
doch vertrauensvoll


*top*laf
28. August 2010

Interessante Gedanken, Vivian und ein wie ich finde gut gemachtes Gedicht, auch wenn ich dein sich änderndes Reimschema nicht ganz nachvollziehen kann.

Liebe Grüße
Herta
28. August 2010
@olove

Nun, ob vergebens werden wir wohl nie erfahren *zwinker* aber vertauensvoll ist schon mal was wert *g*, denn je schwerer das Leben, um so größer der Glaube an höhere Mächte.

Cheers,
Vivian
28. August 2010
@anhera

Liebe Herta,

schön das Dir das Gedicht gefällt.

Was das Reimschema anbelangt verstehe ich es selbst nicht. Wichtig ist mir die Klangmelodie, denn so "höre" ich das Gedicht in meinem Kopf während ich es schnell niederschreibe und wenn ich es danach lesen, dann reimt es sich an jener und manchmal wieder an anderer Stelle. Aber geändert wird nix mehr, höchstens ein Schreibfehler oder die Interpunktion (sofern mir die Fehler auffallen) *zwinker*

Lieben Gruß,
Vivian
28. August 2010

Danke für die Auskunft, Vivian. Es interessiert mich immer sehr, wie andere Leute ihre Gedichte schreiben. Du schreibst aus dem Bauch und dem inneren Gehör heraus, könnte man sagen. Interessant.

*blumenschenk* Herta
28. August 2010

Ja, so kann man es sagen, ich höre auf meinen "Bauch" *lach*

Weißt Du, es ist bei mir oftmals so, dass sich aus den Eindrücken und Bildern, die sich bei entsprechender Lektüre, vor meinem geistigen Auge auftuen diese Inspirationen entspringen. Dann muß es immer schnell gehen mit dem Niederschreiben, denn so schnell wie sich die Worte formen, die Melodie erklingt, verfliegt alles auch wieder ... leider.

Gelegentlich habe ich versucht sie "in mir zu halten", bis ich sie zu Papier bringen kann, aber das gelingt mir einfach nicht. Manchmal bedauere ich das ich einige sicherlich nette Gedichte somit verloren habe. Aber was solls, dann kommen eben irgendwann wieder Neue *gg* Jedenfalls ist das, was ich ab und an im Nachhinein versucht habe wieder zusammenzubekommen recht grauslich. Diese Produkte werde ich jedenfalls nicht veröffentlichen. Sie dienen mit nur als Mahnung, das ich es fließen lassen soll, oder eben lerne loszulassen, zu verzichten.

*zwinker*
Vivian
28. August 2010
@ VivianMairo - (Ab)warten

Willst du warten, bis dir Fehler SELBST auffallen, oder dürfte man dir beim Auffallen auch nachhelfen?
28. August 2010
@greywolk

Hi greywolk,

zunächst einmal möchte ich mich bei Dir bedanken das Du nicht einfach so ungefragt Verbesserungsvorschläge gepostet hast.

Nun interessiert es mich aber doch, was Dir denn so an Fehlern aufgefallen ist?

Cheers,
Vivian
28. August 2010
@ VivianMairo

Was?
Dass!
----
Wenn du DAS Thema allgemein packen möchtest, dann müsstest du wohl allerhand fallen lassen: den Himmel, die emporstrebende Menschenseele (nach dem Dahinscheiden), den Platz zur Rechten, das Leben ohne Lust - ODER du sagst, um welches bestimmte Glaubenssystem es sich handeln soll.
Und das Durchwehen selbst - durchweht es den Menschen oder sein Sein oder beides? Vom Durchwehen des Gesteins wollen wir gar nicht erst anfangen...
28. August 2010
@greywolk

*lach* und ich dachte es ging um Fehler *haumichwech*

Aber mach Dir nichts drauß, denn auch ich weiß, das zwischen "verstehen wollen" und "verstehen können" oftmals Welten liegen. *zwinker*

Nun denn, schönes Wochenende noch.

Cheers,
Vivian
28. August 2010
@ VivianMairo

Du siehst ja tatsächlich den Wald vor lauter Bäumen nicht ...
29. August 2010

das ist ein großes, ein sehr großes Thema - und kein schlechter Versuch, es in Worte zu fassen. Dass da noch viel zu sagen wäre, versteht sich von selbst.
Aber ein Gedicht ist ja auch kein Essay... *g*
29. August 2010
@greywolk

Stimmt! Mit gefallen die Bäume die ich sehe und zwar jeder Einzelne *lach*, ganz egal ob sie nun zusammen einen Wald bilden oder auch nicht. Jedenfalls sind sie alle wunderbar unterschiedlich und stehen nicht sauber aufgereiht, sondern alle kunterbunt und wild durcheinander *rotfl*

Cheers,
Vivian





P.S. ... und da hatte ich doch extra so einen "schönen" Rechtschreibfehler eingebaut ...
29. August 2010
@tangocleo

Oh ja, ein großes Thema, wie Du so treffend bemerkst. Aber meine Inspiration zu diesem Gedicht entspringt ja den besagten Erzählungen des Boccaccio, der sich zwar mit der christlichen Religion befaßte und sie so recht verulkte, aber es passt ja irgendwie auf nahezu alle großen, monotheistischen Religionen und deshalb habe ich es in meinen Worten eben etwas weiter gefaßt. So trete ich zumindest keinen religiösen Extremisten auf die Füße, das hat der gute Boccaccio schon ausgiebig getan *ggg*, obwohl er wußte, dass mit dem Glauben und den Gläubigen nicht zu spaßen ist *fiesgrins* Und ein Essay wird es allemal nicht, sondern ich habe einfach nur die Gedanken etwas fliegen lassen, das macht mir eben Spaß. *g*

Lieben Gruß,
Vivian

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