![]() | 08. Juni 2011 Mein Tod Noch ist er klein, der Tod in mir, doch kann ich ihn schon wachsen fühlen. Nicht jeden Tag wird er bewusst; doch immer ist er leise da. Er tropft wie Sirup in ein Gefäß mit Wasser als vage Müdigkeit in mich hinein – noch ist es nur ab und an ein Fleckchen, klebriger und süßer als der Rest der klaren Flüssigkeit. Doch fühle ich, da ist ein Ozean an Erschöpfung, Sattheit und an Stille, der nur wartet, mich zu überschwemmen. Ganz ohne Angst will ich ihm begegnen und jeden Tropfen nehmen und die Süße, und weder Angst noch Bitterkeit will ich da schmecken. Ich lasse diese Welle mich erfassen und treibe auf ihr durch das letzte Stadium meines Seins. Getragen und erfüllt soll er mich finden an seinen grenzenlosen Ufern: der Tod, Gefährte meines langen Abschieds. ©tangocleo 2011 |
![]() | 08. Juni 2011 Cleo, das ist wunderschön! Und unser Tod sollte mit der Zeit ein wirklich guter Freund werden. |
![]() | 08. Juni 2011 ... |
![]() | 08. Juni 2011 ich habe mir schon gedacht, dass das Thema kontroverse Reaktionen provoziert... danke euch beiden für den Einstieg....lach |
![]() | 08. Juni 2011 ... ich hoffe Dein Gedicht entbehrt jedweder persönlichen Grundlage und Du hast noch viel Zeit! Schön geschrieben. |
![]() | 08. Juni 2011 Das Gedicht beschreibt doch nur unsere Endlichkeit - ohne genauen Zeithorizont. |
![]() | 08. Juni 2011 ich hoffe auch daß es keinen persönlichen hintergrund hat. aber es weist beinahe auf sowas hin...gut daß ich mich irren kann |
![]() | 08. Juni 2011 Cleo, danke für diese wunderbaren zeilen. am schönsten finde ich: Doch fühle ich, da ist ein Ozean an Erschöpfung, Sattheit und an Stille, der nur wartet, mich zu überschwemmen wie solche wasser riechen, beginnt man schon früh zu ahnen, mit jeder weiteren welle, die anbrandet. und doch sind wir wohl nur ein teil des ozeans, ein tropfen, der in einem atemberaubend kurzen flug die sogenannten lüfte der existenz durchstreift. sagt man. und denke ich. |
![]() | 08. Juni 2011 @pido und surreal natürlich ist das autobiografisch - wer die 50 überschritten hat, kann es ahnen - auch wenn die Verdrängung noch gut funktioniert! :-)... aber ich will nicht verdrängen! |
![]() | 08. Juni 2011 Sehr ruhig und schön beschrieben. Gedanken, die auch diesseits der 50 greifen. Gefällt mir! |
![]() | 08. Juni 2011 Wir haben heute unser Meerschwein einschläfern lassen. Sie starb in unseren Händen. Es ist schön, den Tod integrieren zu können. Er macht einfach, demütig und auch genießend. Mir gefällt auch die Ruhe, die deine Worte erzeugen. Sehr tröstend wirkt dein Gedicht. |
![]() | 08. Juni 2011 danke euch |
![]() | 09. Juni 2011 Wer dem Tod so gelassen entgegentritt, hat richtig gelebt... LG Micha |
![]() | 10. Juni 2011 Wie ein Blick aus dem Fenster in den eigenen Garten. Ich weiß, daß ich nicht denselben Garten betreten kann, so, wie ich auch nicht zweimal in denselben Fluss steigen kann. Aber mein Garten ist ja doch etwas anderes als ein Fluss; ich werde noch lange und unzählige Male hinein- und hindurchgehen. Jetzt, wo ich selbst beginne, ein bisschen nach Erde zu riechen, gehe ich langsam. |
![]() | 10. Juni 2011 Jetzt, wo ich selbst beginne, ein bisschen nach Erde zu riechen, gehe ich langsam. feine Bilderweiterung! |