LYRIK VOM FLASCHENBODEN

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Themenersteller
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2. Nov

Trunkenheitsklage
Zigarettenqualm und eitler Rausch
Schmeißen sich zu meinen Füßen
In den Pfützen schwimmen Sterne,
Kneipen stinken nach verlorenen Küssen

Wo jeder Suff sein Opfer sucht,
hab ich mich ganz frei gemacht,
in allen Straßen, in den Gassen,
verbringe ich so voll die Nacht

Die Kälte rührt nicht meine Sinne,
vergräbt sich nicht in blasser Haut,
was währt ist das Synapsenfeuer,
bis all das Weh mir fiebrig taut!

Erkenntnis, Schicksal satt erhängt,
in den frühsten Morgenstunden!
Trunken aufgestapelte Gedanken,
leckt man schmerzend seine Wunden

Solang die Beine mich noch tragen,
ergeb ich mich noch meinen Schritten,
kann ich doch später dann im Bett
ganz heimlich um Vergebung bitten
 
Themenersteller
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10. Nov

Ein Stück Leben
Eine Freske dieses ganze Lieben,
aus Farben nur vom Zufall gerührt,
bindet in sich alle Hymnen,
die noch immer da zu dir geführt

Dabei will ich nicht in den Gedanken
an dir da schwer ersticken,
denn wohin wird das erfüllte Sehnen
den Gesättigten wohl schicken?

Verbannung dir und nie vergessen,
dass ich dich vergessen muss!
Es wiegt so schwer, es ganz zu lassen,
denn nie vergess ich deinen Kuss

Ob nun ewig oder nimmer mehr,
du bleibst mir da in blassem Leiden
Es harrt am Sinn des Endlichen
und darin wirst du niemals bleiben
 
 
15. Nov

Ich hatte Dich nicht auf ‚beobachten‘, leider!

Ein ganz grosses Kompliment für Deine Dichtkunst *g*
 
Themenersteller
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16. Nov

Dankesehr
und nochmals vielen Dank für das liebe Kompliment und deine Zeit, mich zu lesen.
Mich freut das tatsächlich sehr. *g*

Beste Grüße aus *bremen*
 
 
16. Nov

Gerne *blumenwiese*
 
Themenersteller
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22. Nov

Wilder Mohn
Wie wilder Mohn, so ganz zerstreut,
ganz verloren in dem Feld,
aus der Fülle andrer Blumen,
einzigartig zu erkennen

Und berauschend schwebt der Duft,
weilt mit herber Seele in der Luft,
im Sommer göttlich, einsam
und ein Versprechen auf Zeit

Hemmungslos an Farbe und Sinn,
gedankenverloren blüht dahin,
was an Ewigkeit da keine Weile trägt,
was einem einst wohl ganz vergeht

Und von der Sonne still verbrannt,
senken Schatten sich vom Waldesrand
zu spät allein, gesäumt die Stunden,
wie wilder Mohn, so ganz zerstreut
 
Themenersteller
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22. Nov

So ist es
Entweder
liebst du die Falsche
oder das endliche Vergnügen.
So ist es: Es geht nichts darüber hinaus
und was sich da anschickt, wach zu bleiben,
es zu versuchen, scheitert an der eigenen Sehnsucht.
Die Qual des eigenen Lebens ist nur die Einsicht,
sich mit dem ewig Halben
zufrieden zu geben,
weil das Ganze
einfach nicht
existieren
kann.
 
Themenersteller
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23. Nov

Mal etwas anderes...
Das ist ein Versuch einmal etwas Unbeschwertes zu wagen... und es mal nicht allzu ernst zu nehmen mit lyrischer Größe.Desshalb jetzt mal etwas Augenzwinkerndes...

Und da der Anstoß dazu gestern geliefert wurde, gibt es heute auch gleich ein neues Gedicht.

Allerdings glaube ich nicht, dass ich den kecken und frechen Ton von Odette treffe. Aber vielleicht übe ich ja noch ein bisschen.

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LiebeskummerGedicht - für V.


Die Microwelle ist mein bester Freund
und ja: ich hab gestern geweint.
Aber so wie's alle Männer tun,
ganz leger im Plauderton.

Denn meine Freunde wollen alles wissen,
arg beweint bleibt mir das Kissen,
wenn ich abends schlafen geh
und ich verkampft Vergangenes seh

Auch Pornos sind jetzt interessant,
denn jedes Bild hab ich verbannt
auf dem sie nackt zu sehen war,
denn eines war mir sofort klar:

Es kostet einen sauberen Strich.
Und für wahr: Den mache ich.
Es bringt nichts, hinterher zu heulen,
altes Leid neu aufzuzäumen!

Es gibt genug an neuen Frauen,
die mich wollen und sich trauen,
die mich nehmen, wie ich bin,
ist auch ein bisschen Wein mit drin

Auf einmal schmeckt auch Kümmelschnaps,
denn auch er versetzt nen Knacks,
wenn's darum geht, sich wegzuschießen
und flüchtig Schwindel zu genießen

Zum ersten Mal geht es zum Sport,
manchmal weine ich auch dort,
unter der Dusche, ganz entzweit:
Schränke wittern Penisneid

Ich streu mein Leiden in die Welt,
hab auswärts viel zu oft bestellt,
denn das Kochen fällt mir schwer,
ach, ich leide gar zu sehr!

Und trotzdem muss ich mich bemühen,
den Kaffee allein aufzubrühen.
Meine Wohnung kündet eisige Leere,
ach wenn ich nur nicht Single wäre!

Neuer Haarschnitt und Frisur,
wohin mit all den Tampons nur
und dem Duschbad mit dem Duft
nach Himbeer und nach Frühlingsluft?

Und der Mülleimer im Badezimmer:
Den benutzt doch sie nur immer!
Jetzt bleibt er mir für immer leer:
Wie mich das trübt; ich kann nicht mehr...

Ich muss da durch, durch jene Qual
am Ende ist es doch banal,
denn jeder kennt das Trauerspiel,
wenn man sich abhanden fiel

Ich fühl mich mau und etwas hässlich,
das Wohnzimmer riecht allzu grässlich
von all den vielen Zigaretten,
die mich noch mehr an sie ketten

Am Ende weiß ich mit der Zeit:
Wer ewig heult, bleibt unbeweibt!
Auf zu allen anderen Ufern,
an denen schönste Rosen wuchern!

Drum ab ins digitale Paradies,
in dem mir Lust und Liebe sprießt!
Ich gewöhn' mir das Benehmen ab
und melde mich erregt beim JoyClub.

Ein Dickpic das ist schnell gemacht
und mein Penis hat es stets gebracht!
Jetzt muss ich nur noch etwas weilen
dann schnellstens zu den Frauen eilen

Denn mein Glied wird es schon richten,
die Kontakte aufzuschichten
und darunter ist dann eine
für die ich dann noch mal so leide...
 
Gruppen-Mod
 Gruppen-Mod
23. Nov

Gefällt mir sehr gut, ein sehr detaillierter humoristischer Einblick in das Liebesleid der Männer. *top* *smile*
 
 
23. Nov

Grosses Kompliment *blume*
 
Gruppen-Mod
 Gruppen-Mod
24. Nov

wie immer großes Kino
 
Themenersteller
 Themenersteller
24. Nov

Dankeschön...
...Für die Komplimente. Da versuche ich es bestimmt nochmal was nicht so Ernstes rauszuhauen.
 
Themenersteller
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6. Dez

Was nicht sein kann
Zu Ende gebracht, diese halbe Liebe,
so abgerundet diesen schönen Stein,
wenn es doch anders käme, nicht so bliebe,
könntest du noch bei mir sein

Dein Duft erzittert mir die kleine Seele,
ein bestimmter Wunsch, erlahmter Sinn,
gibt der Neigung die letzten Befehle,
neigt Mund zu Mund sich, Kinn sich an Kinn

Verkrampft die Hand in deinem Haar
Ein ferner Kuss, wie raschelndes Laub,
der niemals kommt und nie geschah

Mit der letzten Zigarette schwillt die Nacht,
verliert den Rauch in bangem Schweigen,
lässt mich zurück und hält mich wach
 
Themenersteller
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9. Dez

M.
Ihre Eile kennt kein Hiersein,
ihre Hast kennt keinen Grund
und doch kommt alle Zeit zum Stehen
öffnet sie mir ihren Mund

Von diesen Lippen fällt mein Glück
hinunter auf mein hartes Sehnen,
nimmt mich fort und nie zurück
will nach ihrem Kuss ich sehen

Aus der Kälte in die Wärme,
aus der Starrheit ins Gefühl,
ist sie Nähe und auch Ferne,
ist so wenig wie auch viel

Ihre Zartheit kennt die Süße,
ihre Wünsche meinen gleich
als wenn ich nie sie mehr verließe,
öffnet sie sich mir so weich
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