LYRIK VOM FLASCHENBODEN

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6. Sep

LYRIK VOM FLASCHENBODEN
Gut, dann werde ich jetzt auch mal hier und da ein Gedicht posten. Mal sehen, wie es ankommt. Und vielleicht schreibe ich dadurch auch mal wieder mehr. Man hat hier ja durchaus große Konkurrenz. *zwinker*
 
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6. Sep

Bitte
Hüllenlos bittet nur die Liebe
wenn sich Nacht mit Mut benetzt
und sich weiter, fester Triebe
immerfort sich selbst verletzt

Und gehen viele Tage auch zur Neige,
sucht nur sie nach Ewigkeit,
dass nun endlich warm sich kleide,
was haltlos sich da nackt gezeigt

So spät noch nach dem alten Feuer
Bittet sie die lose Hand
und an der Schulter, ach so teuer,
altert mit ihr der Verstand

Es muss dahin nicht ewig gehen,
es muss dort schlicht nur „ewig“ heißen
und eifrig dann und wann besteh‘n,
wenn Herz und Hirn sich bald zerreißen
 
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8. Sep

Schnee
Zieh mich hinab, ein bisschen weiter
Vom Wein betäubt, tut es nicht weh:
Du Gott, du Schicksal, Wegbereiter!
Gebt mir noch ein wenig Schnee…

So sanft die Haut, wie Leinen fein
und Lippen schenkt man mir mit Mut
und will so nackt da bei mir sein
mit meinem Herz, zerkochtem Blut

Da wahrlich will ich alles schmecken,
in süßer Hast und trunkenem Schweigen,
das Rot in ihre Wangen schrecken,
im Sinnestausch mich ganz verneigen

Will ihre wärmste Wärme fühlen,
ihren tiefsten Atem hörn,
will da ganz Verbrennen spüren,
mich vollster Wucht mit ihr betörn

Zieh mich hinab, ein bisschen weiter,
vom Wein betäubt tut es nicht weh:
Du Gott, du Schicksal, Wegbereiter!
Gebt mir noch ein wenig Schnee...
 
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12. Sep

Armseliger Gigolo
Lass mich herein, vergiss den Zweifel,
draußen ist es spät und kalt
Ich lass die Sehnsucht vor der Tür,
weil sie noch anderen Frauen galt

Entschuldige mein Hin und Her,
draußen liegt mein Sinn begraben,
mit aller Liebe, ganzem Herz,
will ich heute dich nur haben

Du weißt es da schon immer wieder,
weil ich an allem viel zu viel gehabt,
von diesen ganzen Frauenmärchen,
sind wenige nicht seicht und matt

Lass mich herein, vergiss den Zweifel,
draußen bin ich wankend alt,
lass alles von mir vor der Tür,
Meine Unrast ersehnt deinen Halt
 
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15. Sep

Danach
Danach, danach... es ist vorbei
und keine Hitze in den Räumen,
kein zweites Rascheln in den Laken,
keine Umarmung neben den Träumen

Danach, danach... und du bist fern:
Dem Tag, dem Morgen fehlt dein Duft,
während neben mir die leere Seite
immerfort nach dir nur ruft

Danach, danach... es soll nicht sein:
Was bleibt, sind Küsse in Gedanken,
die in wachen Nächten liegen,
die mich einst mit dir verbanden

Danach, danach... es ist nur Zeit,
es ist nur Schlafen und Erwachen
und trotzdem flieht mein Blick die Weile,
erkenn ich dich in meinen Schatten
 
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27. Sep

Warum nur Nacht?
Warum trage ich nur Nacht
und Farben billigen Weines?
Sind nur finale Traurigkeiten,
die Früchte meines Leibes?

Ich vermag das alles nicht,
von aller Trauer Hand zu lassen
Freilich deutet mich die Muse
hin zu verkommenen Nebengassen.

Alles würde ich geben dafür,
das Glück nun ehrlich zu messen,
in Worten, misslichen Zeilen,
es mir ganz dort auszupressen.

Doch immer bleibt mir welkes Dunkel,
da kann ich sehen, was ich will
Am Ende hab ich das entschieden,
am Ende halt ich doch brav still.
 
Themenersteller
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5. Okt

WESERLIED
Mondlicht schmückt sie sanft mit Sternen
in der blassen Nacht azurenblau,
fließt sie wandernd all dem Fernen,
fängt ein der Großstadt Ufertau

Wie sorgsam schmiegt sie sich ans Land
bahnt eifrig sich durch Bodes Venen,
hat sachte dort ihr Herz erkannt,
dahin strömt ihr innig Sehnen

Da trägt sie wissend Bodenlast
genügsam aus der prallen Stadt
mit aller Ruh‘, so arm an Hast,
schwindend weil sie Weile hat

Im Scherbenland liegt sie zu gedeihn,
wo der Mond die Sträucher zieht,
ihr Hauch wird allem Sinn verleih’n
was auch an ihren Stränden kniet

Reich trägt sie Blüte mit Erhabenheit
des Nordens schüchtern in die Welt,
umfließt der Meere Lautbarkeit,
überwindet was sich entgegen stellt

So genährt an Jahren, so immerdar
mehrt in ihren Wassern sich die Zeit
und was nun ist, was dort auch war,
brüdert sie, was sich entzweit
 
Gruppen-Mod
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6. Okt

Deine Gedichte sind wunderschön.

Poetisch, sprachlich immer perfekt.

Und sie regen zum Denken und Träumen an.

Danke dafür!
 
Themenersteller
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6. Okt

...
Ich werde immer ganz verlegen bei Lob...
innerlich hebt es aber eindeutig mein Kinn.

Dankesehr. *g*
 
Gruppen-Mod
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6. Okt

*witz*
 
Gruppen-Mod
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6. Okt

Musst nicht verlegen werden!

Du bist einer der (aber das ist meine Meinung) besten Dichter, die wir hier haben.
 
Gruppen-Mod
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6. Okt

Liebe Rhabia, geb dir völlig recht, war so frei bei dir das "Du" zu verbessern *kuss*
 
Themenersteller
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10. Okt

Die Blöße
Bleib ein wenig bei der Nähe,
die uns dieser Abend schenkt,
vom letzten Beben unsrer Sonne
ist dein goldenes Haar gesengt

Wie verweht dein Lächeln liegt,
wie bar die Haut dem Sommer fern
unsren alten Küssen schmeichelt,
ohne Weiteres zu verwehr’n

Ein Paradies dies Bett zur Nacht,
ein Himmel deiner Rührung Duft,
treibst du mich da so fordernd an,
umhüllst mich, befiehlst Atemluft

So schön an meine Haut gelehnt
hebt sich tanzend deine Brust,
gebärst mir hart die vollsten Wünsche,
zerschmetterst an mir deine Lust

Um wie tot und brach zu schlafen,
hast du mich am Schluss erlöst,
befreit den Wunsch des ganzen Wünschens,
weil du dich gotthaft mir entblößt
 
Themenersteller
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13. Okt

Was sein kann
Wo alle Flüsse zu Tau werden,
will ich mit dir stranden,
mehr noch leben, lieben, sterben,
um einmal glücklich anzubandeln

Und mit dir nur kann ich scheitern
Du, nur immer du bist alles
Alles zu lieben, alles zu leutern,
was sein kann und Verfall ist
 
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27. Okt

Zeit und Liebe
Es erfüllt das ganze Träumen,
all das Atmen bis zur Tat
Das Wünschen und das große Leugnen
in großer Lieber Traum erstarrt

Der blasse Geist da deiner selbst
bringt weder Tag noch schützend Nacht,
die sich mit Wein von selbst erhellt,
von höchster Gottheit nackter Macht

Du willst von vielen Weinen trinken,
um dich mehrfach zu berauschen
Du willst zu vielen Mündern sinken,
um Kuss für Rührung bar zu tauschen

Und wenn die Jugend hingebracht,
dem Alter und den schönen Tagen,
ist jäh die Liebe abgeflacht,
muss nichts mehr rühren oder wagen
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