Asphaltliebe

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12. Sep

Asphaltliebe
Welch schöne Gruppe....von Zeit zu Zeit werde ich dann auch mal meine zu Papier gebrachten Gedanken hier einbringen....
Fangen wir an mit....Atmen.


Atmen.
Ein und Aus.
Nie hätte ich gedacht, dass ein Reflex so schwer sein kann.
Ein und Aus.
Deine Nähe tut mir weh und du, ja du frierst in meiner Gegenwart.
Ein und Aus.
So wie jeder in meiner Gegenwart friert.
Nenn es Selbstschutz, wenn es dir damit besser geht.
Ein und Aus.
Mein Kopf ist so voll und mein Herz so leer.
Mein Herz war immer schon leer.
Und ich glaube nicht, dass es jemals besser werden wird.
Atmen.
Ich bin wie die Eiskönigin, nur ohne Krone.
Und so schwer es dir fällt mich nicht berühren zu können, so schwer fällt mir das Atmen.
Ein und Aus.
Als würde ein eiserner Schleier auf meiner Brust liegen.
Unbeweglich, unverrückbar, ein bisschen so wie ich.
Und die Schwere drückt mir den Brustkorb ein.
Ein und Aus.
Ich winde mich unter dem Schleier und stehe auf.
Ich muss hier weg.
Ich gehe durch die Tür.
Aus.
 
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13. Sep

Melancholie
Oh du wunderbare, wunderschöne Melancholie.
Lange konnte ich deine Anwesenheit nicht ertragen.
Ich habe dich als Störenfried gesehen.
Als einen ungebetenen Gast, der mir die Energie raubt.
Wie falsch ich doch gelegen habe!
Ich habe deine Geschenke nie gesehen, deine Wärme nicht gespürt.
Bitte verzeih mir meinen Argwohn.
Ich mache für dich Platz, verweile an meiner Seite.
Leg deinen Arm um mich.
Hülle mich ein mit deinen samtenen Schwingen und bleib bei mir mit jedem deiner Atemzüge.
Bei dir kann ich mich zur Ruhe legen, bei dir fühle ich mich Daheim.
Ich leg meinen Kopf an deine starke Schulter und der Krieg hat kurz Stillstand.
Die Waffen werden niedergelegt.
Oh du wunderschöne, wunderbare Melancholie.
Schließe deine Augen erst, wenn ich dies tue.
 
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15. Sep

Vergessen
ICE. 06.18 Uhr.
Wieder habe ich nicht geschlafen.
Ich habe mich gewälzt und gedreht und irgendwie musste ich bei dem Versuch nicht an dich zu denken, permanent an dich denken.

Berlin. Menschen, Wummernde Technobeats.

Ich habe praktisch schon alles versucht um dich loszuwerden.
Doch du klebst an mir wie der Schweiß einer durchtanzten Disconacht.
Ich will dich abstreifen wie ein ausgedientes Kleidungsstück.
Dabei habe ich alles probiert:
Ich hab geweint.
Ich hab geredet.
Ich hab getrunken.
Ich habe versucht jede Erinnerung an dich in dem besten Rotwein, den ich finden konnte, zu ertränken.
Vergessen.

Doch du hast dich festgebissen.
Und immer wenn ich daran denke, dass es besser wird, höre ich irgendwo ein Lied, rieche ich dein Parfum und ich bin wieder süchtig.
Wie ein Junkie und du bist meine Lieblingsdroge.
Entzug.

Ich hab dich blockiert.
Ich hab diskutiert,
Ich habe dich verflucht und beschimpft.
Doch eigentlich wünsche ich mir nichts mehr als dass ich dir noch einmal an Punkt 0 begegne.
Eine neue Chance.
Chancenlos.

Deswegen fahr ich jetzt nach Berlin.
Ich werde versuchen dich in dieser Stadt zu lassen.
Bei all den schönen Frauen und den unbegrenzten Möglichkeiten.
Ich will dich nicht wieder mit nach Hause nehmen.
Ich will mich wieder ganz fühlen - ohne dich.
doch auch wenn ich mit dir abschließe, dich zwischen Starbucks und der Kotze am Kotti zurücklasse.
Ich habe eins dabei vergessen:
Ich kann dich verdrängen, doch du hast ein Teil von mir mitgenommen als du gingst.
Und keine Stadt dieser Welt kann mir diesen Teil ohne Narben zurückbringen.
 
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10. Okt

.....
Wie wünschte ich mir, dass deine Worte die Stille durchbrechen würden.
Die Ruhe mit der ich konfrontiert bin, umgarnt mich wie ein Spinnenetz die Beute.
Kein Wort von dir.
Es gäbe so viel zu sagen, doch wir reden nicht mehr.
Stille.
Irgendwann hat es aufgehört.
Nicht plötzlich und abrupt - sondern wie ein Pflaster was zu langsam abgezogen wird.
Schmerzhaft und immer mit der Versuchung es einfach kleben zu lassen.
Alles so lassen wie es ist.
Das Ende hinauszögern.
Womit man sich nicht beschäftigt, dass verliert an Realität.
Viel zu lange war dies mein Wunsch.
Und jetzt reden wir nicht mehr.
Viel zu lange klebt das Pflaster schon.
Jeden Tag ein bisschen mehr sterben, bis man nichts mehr fühlt und es einfach abreißt.

An Lethargie kann man sich gewöhnen.
Ohne Höhen, keine Tiefen.
Bleischwere Melancholie, doch trotzdem funktionieren.

Irgendwann wirst du mir auch ganz egal werden.
Dein Fehlen, irgendwann kaum noch bemerkbar.
Bis dahin sitze ich hier und starre den Regen an.
Nass macht er mich längst nicht mehr.

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